Kyffhäuser-Kameradschaft Alexander
Kyffhäuser-Kameradschaft Alexander

Der Alexanderbund

November 1918. Der Weltkrieg ist für das Deutsche Reich verloren, der Kaiser in das niederländische Exil gegangen. Die Soldaten des Regiments werden von der Front abgezogen und zurück in die Heimat transportiert. In den vier Jahren des Krieges war unter den Truppenteilen und Dienstgraden ein Gefühl der "zweiten Heimat", einer Ersatzfamilie gewachsen. Die Schrecken und furchtbaren Erfahrungen hatten sie unwillkürlich zusammengeschweißt, man hatte ein tiefes Verständnis für die Kameradschaft entwickelt.

 

Umso ernüchternd war die Meldung an die Heimkehrer nach Berlin, als sie am 27. November 1918 von der Demobilisierung des Regiments erfuhren.

 

Alle Angehörigen, vor 1897 geborenen, wurden aus dem Dienst entlassen, das Regiment selbst stark in der Truppenzahl reduziert.

Die nun Ehemaligen suchten nach Halt und Möglichkeiten, die Erfahrungen an der Front im Kreise alter Kameraden zu verarbeiten.

Eine Möglichkeit war der am 21. Februar 1874 gegründete "Verein der ehemaliger Kameraden des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 zu Berlin e.V. ". Drei Jahre nach dem Sieg Preußens über Frankreich, war dies die erste Vereinigung von Veteranen.

 

Am 06. Dezember 1918, zwei Wochen nach der Demobilisierung, gründeten die ehemaligen Offiziere des Regiments den "Verein der Offiziere des ehemaligen königlich preußischen Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1".

Drei Jahre später, am 15. Februar 1921, gründete sich der "Verein der Unteroffiziere des ehemaligen Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 e.V.". Auf diesen Verein beruft sich die heutige KK Alexander. Die Vereinsregisterakte lag beim zuständigen Gericht in der Neue Friedrichstraße, heute Littenstraße in Berlin-Mitte.

 

Erster Vorsitzender wurde Ernst Petschukat, ab 1923 Richard Fiedler, der lange Jahre im Amt blieb.

1933 trat Dr. Karl Meissner dem Verein bei und wurde 1934 zum langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Alle drei Vereine arbeiteten im Alexanderbund zusammen, der am 27. Mai 1922 in der Berliner Garnisonskirche geschmiedet wurde, um zum Beispiel Spenden für das Regiments Denkmal zu sammeln, handelten aber trotzdem jeder für sich selbstständig.

 

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten gab es ab 1935 tiefgreifende Veränderungen im Vereinsleben.

Die erste Änderung betraf die Vereinsnamen, die nun in "Kameradschaften" umbenannt werden mussten.

Als Zweite war die "Führerbezeichnung" anzunehmen. Es nannte sich nun Vereinsführer statt Vorsitzender, Protokollführer statt Schriftwart usw.

Als dritte Änderung hatten sich die Kameradschaften einem Reichskriegerbund, als übergeordnete Institution anzuschließen.

Die Unteroffizierskameradschaft fand, dank guter Kontakte, Anschluss beim Reichskriegerbund Kyffhäuser in Berlin.

 

Mit dem Beginn des II. Weltkriegs wurde das aktive Vereinsleben unterbrochen, da viele Mitglieder erneut eingezogen wurden und wieder an den Fronten kämpfen mussten. Auch Dr. Meissner wurde in der Wehrmacht als Oberstabsarzt eingesetzt.

1943 wurde der NS Reichskriegerbund Kyffhäuser, mit seinen vier Millionen Mitgliedern vom Nazi-Regime aufgelöst und das Vermögen beschlagnahmt.

 

Nach dem Krieg stellten sich die Mitgliedern, die Frage ob die Vereinsakte überlebt hatte und sich ein erneutes Aufleben der Kameradschaft lohnen würde.

Tatsächlich hatte die Akte die Zerstörung des Gerichtsgebäudes überstanden. Da jedoch vereinsmäßig keine weiteren Einträge vorgenommen wurden, wurde die "Kameradschaft der Unteroffiziere des ehemaligen Kaiser Alexander Garde-Grenadier Regiment Nr. 1" am 14. September 1955 aus dem Vereinsregister gelöscht. Sieben Monate nach Gründung der KK Alexander.

 

 

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© Heiko Leistner