Kyffhäuser-Kameradschaft Alexander
Kyffhäuser-Kameradschaft Alexander

Das Alexander Denkmal

Das "Alexander Denkmal" befindet sich auf dem Friedhof am Columbiadamm, in Berlin-Neukölln.

Es wurde am 15. und 16. Oktober 1927 in Anwesenheit vieler ehemaliger Soldaten des Regiments sowie dem ehemaligen Kommandeur Graf Finck von Finckenstein feierlich eingeweiht. Zuvor hatte es kontroverse Debatten mit den Behörden gegeben, die sich sowohl in die Standortfrage als auch Gestaltung des Denkmals einmischten. Nach Meinung der ehemaligen Soldaten des Regiments sollte das Denkmal seinen Standort auf dem Berliner Alexanderplatz haben, was aber der Magistrat von Groß-Berlin strikt ablehnte, da dieser der Meinung war es handele sich um ein Kriegermal, das auf einen Friedhof gehöre. Die ständigen Änderungswünsche der zuständigen Behörden ließen die Herstellungskosten um 10.000 werrtbeständige Mark steigen. So wurde angeordnet, dass der Soldat keine Pickelhaube tragen und die Körperhaltung weniger theatralisch aussehen solle. Dennoch wurden ca. 4000 bis 5000 Anschriften ehemaliger Kameraden ermittelt, die angeschrieben und um eine Geldspende gebeten wurden.

Das Denkmal stellt den Fahnenjunker Eberhard Freiherr von der Recke von der Horst dar, der am 08. September 1914 in der I. Marneschlacht beim Bahndamm Morains le Petit-Fére Campenoise, tödlich getroffen an der Regimentsfahne zusammensinkt. Gestaltet wurde es vom Bildhauer Kurt Kluge (1896-1940).

Lange sollte es jedoch nicht an diesem Standort bleiben.

Im Zuge der Umgestaltung Berlins zur "Welthauptstadt Germania" wurde 1938 mit dem Ausbau des Flughafens Tempelhof begonnen. Da mehr Fläche benötigt wurde und ein großer Teil vom Friedhofsgelände betroffen war, ordneten die Behörden die Umsetzung der darauf befindlichen Kriegerdenkmäler an. Der "Alexanderbund" zögerte nicht lange und fand einen neuen Standort in der Kaserne des Infanterie-Regiments 67 in Berlin-Ruhleben, wo es den II. Weltkrieg unbeschadet überstand.

Nachdem sich am 28. März 1955 die KK Alexander gegründet hatte, war eine der ersten Fragen der Veteranen, was wohl mit dem Denkmal geschehen sei. Hatte es den Krieg unbeschadet überlebt und wie war der Zustand im Moment? Eine erste Begehung in der, nunmehr zu einem Kinderheim umfunktionierten, Kaserne verschaffte Erleichterung. Von jungen Birkenbäumen zugewachsen stand es am altbekannten Ort. Die einstimmige Meinung war, hier kann es nicht bleiben, es braucht einen neuen Standort. Der Zufall wollte es, dass im Bezirksamt Neukölln ein Kamerad aus alten Zeiten saß, der prompt vier mögliche Standorte, nun wieder auf dem Friedhof am Columbiadamm, anbieten konnte, unter der Voraussetzung, dass die Kosten von den Kameraden getragen würden.

Nach zwei Jahren des intensiven Spendensammelns konnte am 21. und 22. September 1957, 30 Jahre nach der ersten Weihe, das Denkmal am dritten Standort erneut geweiht werden.

Bis heute steht es fest an seinem Platz und mahnt gegen Krieg und Gewalt.

 

 

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© Heiko Leistner